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7. Die Suche nach
neuen Kautschukquellen
Nach der Erfindung der Vulkanisation wuchs die Nachfrage nach Kautschuk stetig. Zu dieser Zeit kam der Kautschuk vor allem aus Kolumbien, Panama und Brasilien. Da die Kautschukbäume Kolumbiens und Panamas unbarmherzig gerodetet wurden, um ihren Kautschukgehalt zu gewinnen, errang Brasilien bald eine einzigartige Vormachtstellung.
Um nicht alleine von Brasilien abhängig zu sein, begann die Suche nach neuen Kautschukquellen. Schon 1789 hatte der Engländer Howison eine kautschukartige Liane in den Straits Settlement (südostasische Inseln der britischen Kronkolonien) entdeckt. Etwa um die selbe Zeit hatte auch Roxburgh die Ficus Elastica gefunden.
Von 1842 an liess England von Singapore Kautschuk der Ficus Elastica kommen und importierte 1860 aus Afrika Lianenkautschuk. Diese Kautschukarten konnten jedoch nicht mit dem brasilianischen Kautschuk in Konkurrenz treten. Die Ficus Elastica ist erst im 25. Jahr zapfbar und kann nur jedes dritte Jahr bearbeitet werden. Sie hat ausserdem, wie auch der afrikanische Lianenkautschuk, eine bedeutend niedrigerer Kautschukqualität als der brasilianische Kautschuk, der sich durch den meisten und kautschukreichsten Milchsaft auszeichnet. Die brasilianische Vormachtstellung blieb damit unangefochten.
Der Rohstoff Kautschuk wurde im Laufe des 19.
Jahrhunderts immer mehr zum begehrten Material, so dass die Erträge an Wildkautschuk nach
und nach in ein krasses Missverhältnis zum Bedarf gerieten. Der Kautschuk wurde immer
teurer und auch in Brasilien wurde er durch die rücksichtslose Gewinnung immer seltener.
Gewissenlose weisse Händler zwangen die Eingeborenen mit Waffengewalt immer weiter in den
Urwalt vorzudringen, um neuen Latex zu beschaffen.![]()