wpe4.jpg (3125 Byte)weiterzurück5. Goodyear und die Vulkanisation

Kautschukartikel, die bisher hergestellt wurden, besassen immer noch einen unangenehmen Geruch und waren empfindlich gegen Wärme und Kälte. In der Wärme wurden sie weich und in der Kälte brüchig. Durch Zufall erfuhr Charles Nelson Gooryear von den fast unüberwindlichen Schwierigkeiten, mit denen die junge Kautschukindustrie zu kämpfen hatte. In der festen Überzeugung sie überwinden zu können, machte er sich an die Arbeit. Versuch auf Versuch führte er durch, um die Kautschukeigenschaften zu verbessern. Vor allem bemühte er sich, ein Trocknungsmittel zu finden, das das Klebrigwerden der Kautschukerzeugnisse verhindern sollte. Nach wiederholten Fehlschlägen machte er 1839 jene Beobachtung, welche eine Umwälzung der Kautschukindustrie herbeiführen sollte:

Kautschuk, mit Schwefel erhitzt, ergab ein neues Produkt, das dem Rohstoff weit überlegen und auch gegen Temperaturveränderungen nicht so empfindlich war. Vulkanisation = Übergang des Kautschuks vom plastischen in den elastischen Zustand durch Bindung von Schwefel an Kautschuk.

Goodyear erfasste sofort die Bedeutung seiner Beobachtung und widmete dem Kautschuk von da an sein ganzes Leben. Er errichtete Fabriken, trug grösste Ehrungen auf Ausstellungen davon, lernte aber ebenso Rückschläge kennen. Einer der ärgerlichsten war die Verweigerung seiner Patente in Europa. Goodyear hatte nämlich seine Erfindung verspätet patentiert und in der Zwischenzeit war es Hancock, der schon die Mastikation erfunden hatte, aufgrund von vulkanisierten Kautschukmustern gelungen, die Vulkanisation "zum zweiten Mal zu erfinden". Aber Goodyear konnte schliesslich in einem Prozess nicht nur die Patente zurückgewinnen, sondern auch nachweisen, dass das Verfahren Hancocks nur dank Goodyears Muster gefunden worden war.weiter