Kolumbus, 
Christoph, ital. Seefahrer in span. Diensten, Entdecker Amerikas, *1451, 1506 . Erreichte 1492/93 die Bahamainseln (Guanahani), Kuba u. Haiti, entd. 1493-96 (2. Reise) die Kleinen Antillen, Puerto Rico u. Jamaika, 1498-1500 (3. Reise) Trinidad u. die Orinocomdg.; gelangte 1504 (4. Reise) an die mittelamerik. Festlandsküste. WEITERzurück2. Die Entdeckung des Kautschuks

Den Ureinwohnern von Amerika war der Kautschuk schon längst bekannt, bevor die ersten Mitteilungen über diesen eigenartigen, mit keinem anderen Naturrohstoff direkt vergleichbaren Stoff nach Europa gelangte.

Bei Ausgrabungen in Britisch-Honduras stiess man auf Ballspielplätze der Maya-Indianer aus dem 10. und 11. Jahrhundert und man fand hier Kautschukbälle von der Grösse eines heutigen Fussballes. Der erste Europäer, der den Kautschuk in Händen hatte, war vermutlich Christoph Columbus. Nach dem berühmten Histographen Antonio de Herrera, der über die Eroberungszüge der Spanier berichtete, soll Columbus im Laufe seiner zweiten Amerikareise (1493 - 1496) Spiele der Eingeborenen kennengelernt haben, bei denen Bälle aus einem elastischen Harz verwendet wurden, die "besser sprangen als kastilianische Windbälle".Cortes 
(Cortez), Hernan, span. Eroberer, 1485, 1547 . Eroberte 1519/20 das Aztekenreich in Mexiko; wurde Generalkapitän u. Gouverneur von Neuspanien"; entdeckte 1536 das südl. Kalifornien.

Auch Cortez sah diese Spiele bei seiner Eroberung des Aztekenreiches (1519 - 1521) im Palast von Montezuma. Er bewunderte auch die blitzenden Zähne der Aztekenmädchen, was er dem Kauen einer bestimmten Gummiart zuschrieb.

Als die ersten kleinen Kautschukmengen aus Amerika nach Europa kamen, wurden sie auch von den damaligen "Wissenschaftlern" unter die Lupe genommen. Diese erklärten damals mit Bestimmtheit, dass diese Masse, der Kautschuk, ohne Zweifel von grosser Heilkraft für die menschlichen Gebrechen sei: "Sie hat eine truckende, anhaltende, zusammenziehende und heilende Kraft, stärket den schwachen Magen, stillet das Erbrechen, bringet Appetit zum Essen und reiniget das Geblüt. Es hemmet die kalten Hauptflüsse und kräftiget das Gehirn; thuet gut der Brust und Lungen, vertreibet den langwierigen Husten, mindert das Seitenstechen und beeinträchtigt die Schwindsucht; es lindert auch die Zahnschmerzen und befestiget das scobutische, lose Zahnfleisch." (aus "Kampf um Kautschuk" von Jünger W., 1940, Goldmann Verlag Leipzig)

Einige nützliche Verwendungsmöglichkeiten des Kautschuks lernte man jedoch erst 1615 aus dem Werk Juan de Troquemadas "De la monarquia indiana" kennen. Er beschrieb darin die Herstellung eines "Uléi" genannten Produktes, das von den Eingeborenen Mexikos aus dem Latex eines "Ule" genannten Baumes gewonnen wurde. Aus diesem wurden Fackeln, Gefässe, Schläuche und Kleidungsstücke gefertigt.

Das Interesse Europas an diesem Produkt wurde jedoch erst viel später durch die zwei französischen Gelehrten La Condamine und Fresneau geweckt. 1736 wurde La Condamine von der Pariser Akademie der Wissenschaft nach Südamerika gesandt, um dort einen Meridianbogen in der Höhe des Äquators zu vermessen. Während den acht Jahren, die er sich dort aufhielt, stellte er die verschiedensten naturwissenschaftlichen Beobachtungen an und sammelte seltene Pflanzen und Merkwürdigkeiten. Unter anderem sandte er auch einige Stücke einer dunklen harten Masse an die Akademie der Wissenschaften. Er berichtete, dass diese Masse von einem Baum stamme, den die Eingeborenen Hévé nennen. Bei einem blossen EInschnitt in die Rinde entfliesse ihm eine weisse, milchartige Flüssigkeit, die sich in der Luft nach und nach verhärtet und schwarz wird. La Condamine beschrieb gleichzeitig, wozu die Indianer diesen Stoff gebrauchen. Ferner berichtete er auch, dass der gleiche Baum an den Ufern des Amazonas wachse und die Indianer den daraus erhaltenen Stoff "caa-o-chu", tränendes Holz, nannten.

Zur selben Zeit hörte man auch von den Reisen des französischen Forschers und Ingenieurs Fresneau, der, von La Condamine angeregt, den Kautschukbaum in Französisch-Guayana bei den Coussaris entdeckte. In seinen Berichten beschrieb er den Kautschukbaum, sowie die Standorte des Baumes. Ebenso beschrieb er seine Nachforschungen nach dem Verfahren der Kautschukgewinnung. Von ihm stammen auch die ersten Vorschläge für eine praktische Nutzung dieses Rohstoffes.

(1) La Condamine stellte nicht nur fest, dass in der Nähe des Äquators ein Breitengrad länger ist als in der Polargegend und die Erde damit ein abgeplatteter Rotationskörper ist, sondern ihm verdanken wir neben der Entdeckung des Chinabaumes auch die ersten Proben des südamerikanischen Pfeilgifts Curare.